Phänologie – für Heuschnupfen-Geplagte und Gärtner
Gehören Sie oder jemand aus Ihrem Umfeld zu den Heuschnupfen-Allergikern? Dann beobachten Sie bestimmt die Pollenflugvorhersagen. Aber woher kommen die Anzeigen? Aus dem Phänologischen Kalender.
Wahrscheinlich ist Ihnen dieser Kalender noch nie so richtig unter gekommen. Deshalb gibt es hier einiges Wissenswerte.
Phänologie, ist die Wissenschaft, die sich mit den sichtbaren Erscheinungen von Pflanzen und Tieren im Jahresverlauf beschäftigt. Begründet wurde das Ganze im 18. Jahrhundert von Carl von Linné in Schweden.
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts werden Daten systematisch auch in Deutschland erfasst. Heute wird es u.a. vom Deutschen Wetterdienst DWD (hier geht’s zum DWD) durchgeführt. Ca. 1200 ständige Datenerfasser melden aktuell Daten an den DWD.
Der phänologische Kalender teilt das Jahr in 10 Jahreszeiten, die anhand von Entwicklungsphasen bestimmter Zeigerpflanzen bestimmt werden. Er ist nicht starr an ein Datum gekoppelt, sondern orientiert sich an Blüte, Laubaustrieb, Erntezeit oder Ruhephase von Pflanzen.

Mit den gesammelten Daten werden u.a. die Karten erstellt, die für unsere Allergiker die so wichtigen Pollenflugphasen zeigen.
Ich habe als Beispiel die Karten für die Birkenblüte herausgepickt. Karten anderer Pflanzen und anderer Entwicklungsphasen findet ihr direkt beim DWD.
In Suhl begann die Birkenblüte nach der ersten Aprildekade und liegt damit im Bundesvergleich so ziemlich am Ende des Zeitraums.
Die Daten lassen sich auch auf Thüringen verdichtet anzeigen.
Die langjährige Beobachtung zeigt, dass die Blüte in den letzten Jahren immer früher eingesetzt hat.




Phänologie wird natürlich nicht nur in Deutschland betrieben. Der DWD hat Links zu internationalen Datenquellen.
Phänologie hat „den Finger am aktuellen Leben“. Die steigenden Temperaturen und häufiger auftretenden Dürreperioden wirken sich auf die Pflanzen aus. Daher zeigen die Daten auch den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Pflanzenwelt.
Wie man aber aus den Zahlenreihen der langfristigen Beobachtung erkennen kann, sind die Schwankungen von Jahr zu Jahr gravierend. Einen Wetterbericht wird der phänologische Kalender für uns Gärtner nicht ersetzen.
Interessant in diesem Zusammenhang noch das Projekt „PhänoNetz“.
Gemeinsam mit der Uni Ilmenau wird die App „Flora Incognita“ zur Pflanzenbestimmung bereitgestellt.
Die App ist gleichzeitig Eintrittspforte für Datenmeldungen an den DWD. Damit kann jeder von uns, der Spaß daran hat, ein Datenmelder werden.
Hier könnt ihr mehr dazu erfahren.